Montag, 3. März 2008

Meinungsbildung: Bildung zu Hause

Seit ich verheiratet bin, habe ich immer mal wieder über Hausunterricht nachgedacht, mit meinem Mann und anderen diskutiert, Vor- und Nachteile überdacht und überlegt, ob es vielleicht doch etwas für unsere Familie ist.
Dabei kam es zu einer interessanten Entwicklung in unserer Partnerschaft:
Am Anfang bekam ich von meinem Mann nur die Reaktion: "Ich zahle auf keinen Fall irgendwelche Bußgelder; dann schon lieber die Schulgebühren für Privatschulen." Das war für mich kein Problem, weil ich sowieso nicht vorhatte (und noch immer nicht vorhabe) in Deutschland illegal meine Kinder nur zu Hause zu unterrichten.
Ich zweifelte ja sowieso daran, dass ich dazu die Fähigkeiten habe und überhaupt habe ich mich ja nur für die Legalisierung in Deutschland eingesetzt, weil ich es anderen Familien erleichtern wollte.
Schließlich ist es international erfolgreich. Soviel hatte ich ja schon mitbekommen. Und ich wollte keine Benachteiligung gegenüber den anderen europäischen Ländern. Außerdem ist es für einige Kinder sicher geeigneter in der Familie zu lernen als in riesigen Schulklassen.
Ich habe viel im Internet gelesen und mir selbst wurde es immer sympatischer. Doch so richtig vorstellen konnte ich es mir für unsere Familie noch nicht. Schließlich möchte ich nicht illegal handeln.
Viel Zeit verging und ich sah keine Eile eine persönliche Entscheidung zu treffen.
(Unser erstes Kind lebt ja noch immer in Muttis Bauch)
Doch plötzlich geschah etwas Seltsames:
In dem Blog meines Mannes las ich plötzlich: "...Wir jedenfalls sind schon relativ sicher, das unsere Kinder wohl nicht die deutschen Schulen besuchen werden. Und wenn Homeschooling bis dahin immer noch illegal ist, gibt es ja noch das Ausland. ..."
Ich staunte! Darüber hatten wir gar nicht geredet. Was man nicht alles durch das Blog des Ehepartners erfährt. Ich war mir doch selbst noch gar nicht sicher. Und traute ich mir das überhaupt zu? Auf jeden Fall schien mein Mann nicht daran zu zweifeln. Das ermutigte auch mich.

Wie sich alles entwickeln wird, wissen wir nicht. Ich werde von Anfang an unser Kind zu Hause fördern (egal, was die Medien und Politiker davon halten) und vielleicht fällt unser erster Auslandsaufenthalt dann rein zufällig in die Grundschuljahre unserer Kinder. Als Akademiker wird das wohl kein Problem sein. An den Gedanken des kompletten Auswanderns kann ich mich, ehrlich gesagt, noch nicht gewöhnen.

Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt: In Deutschland wird irgendwann Fernschule und häuslicher Unterrricht erlaubt sein. Hoffentlich bald!

5 Kommentare:

  1. Also, das Fernschulmaterial ist wohl schon gut ausgearbeitet...

    Hab es zwar noch nicht selbst gesehen, weiß aber von der einen Schülerin an der CDSC in Thailand, dass sie ab der 11ten Klasse sich das selbst mit dem Material beigebracht hat und nur noch einen Lehrer als Betreuunglehrer hatte...

    Da wird dann schon viel Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstdisziplin gefordert.

    Also, ich glaube auch, dass Du das kannst. Zumindest bis 6te, 7te, 8te, 9te, 10te sollte das noch gehen...

    Und für manche Fächer hast Du ja auch noch Deinen Mann ;-)

    Was ist ein EXX-WC???
    Das soll ich hier als Code (Kot?) eingeben... Ist das was ekliges???

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  2. *lol*, so ist es: man kann einen Hauskreis zusammen besuchen, einen Eheseminar belegen, von mir aus zusammen beten.

    Aber wenn du wirklich wissen willst, was in seinem Kopf herum schwirrt, dann musst du sein Blog lesen!!!

    BTW, ihr schafft das, du schaffst das, dein(e) Kind(er) schaffen das, homeschooling und so... locker. Zumindest soooo locker wie jeder Durchschnittsfamilie in Deutschland die öffentliche Schule schafft *zwinker*

    Meinem Mann habe ich gesagt: na, mindest Realschulniveau erreichen wir... locker!

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  3. s geht denn bei euch ab?!? ich meine die qualität des öffentlichen bildungssystems in deutschland sei mal dahingestellt, aber fakt is doch, dass die schule nich nur wissen vermittelt, sondern auch soziale kontakte aufbaut und einem beibringt mit anderen fremden menschen zurechtzukommen. ich sag nich das man sein kind in ein internat geben sollte, im gegenteil eine öffentliche schule und zu hause über gelerntes (aus dem lehrplan und vom schulhof) reflecktieren.
    man sollte dankbar sein, dass es in deutschland ein öffentliches kostenloses schulsystem gibt, das je nach schule gar nich mal so schlecht ist. klar man lernt nich alles, aber besser als keine kontakte zur außenwelt, und die lassen sich definitiv nicht so gut, und in großem umfang herstellen wenn man nur zu hause unterrichtet wird.

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  4. @tux: Das ist das typische Mißverständnis.
    Bildung außerhalb der Schule bedeutet Lernen und Leben mitten in der echten Gesellschaft und nicht in einem künstlichen Klassenraum.

    Später mal mehr.Ich bin kein Spezialist.

    Vielleicht zeigt der Blog von ThousandSunny besser wie das aussehen kann, auch wenn ihre Kinder noch nicht im Schulalter sind.
    Ich konnte es anfangs auch nicht glauben.
    LG Ines

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  5. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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