Ich bin über einen Artikel über Putzdienst in der Schule gestolpert, in dem beschrieben wird, dass eine Mutter gegen diesen Putzdienst klagt.
Besonders interessant fand ich die Beispiele: Tische und Tafel putzen, Müll raustragen und Fußboden fegen. Also ganz nätürliche Tätigkeiten, die niemanden überfordern. Wenn sich alle abwechseln, muss man jede Tätigkeit weniger als zweimal im Monat durchführen. Das halte ich nicht für besonders schlimm.
Das meiste davon haben wir früher auch in den Pausen gemacht und Unterrichtszeit braucht dadurch nicht verloren zu gehen.
Bei einer online-Diskussion störte sich eine Mutter an dem Zwang. Wenn ich sie richtig verstanden habe, mag sie es nicht, dass die Kinder etwas machen "müssen".
Ich selbst werde meine Kinder auch dazu erziehen, dass sie im Haushalt helfen "müssen". Ich verstehe das nicht als Zwang, sondern als normale Integration in die Familie, in der jeder seinen Teil beiträgt. Helfen soll zu einer ganz alltäglichen Gewohnheit werden.
Das Kind lernt so gleich etwas fürs Leben, denn ohne putzen wird fast niemand von uns durchs Leben kommen.
Es sei denn, ihr vererbt euren Kindern gleich ein Vermögen ;-)
(und auch das fände ich für die Charakterbildung der armen reichen Kinder eher schädlich.)
Ach ja, beim ersten Lesen des Artikels hätte ich nicht gedacht, dass die klagende Mutter irgendwo Zustimmung finden könnte. Ich selbst war eher erleichtert, dass Schule auch für die praktischen Fähigkeiten von Kindern sorgt und nicht nur eine "Dafür gibt es doch Reinigungskräfte"-Haltung fördert.
Freitag, 28. März 2008
Putzen lernen für Kinder
von ines um 19:15
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Ich bin auch der Meinung, dass Kinder im Haushalt mit helfen können...
AntwortenLöschenUnd der Gedanke des Zwangs (auch in kleinen Maßen) ist auch etwas, was Kindern vermittelt werden müssen, wenn sie sich in der Gesellschaft zurecht finden wollen.
Über die Frage wo oder wie diesen Zwang zustande kommt, können wir uns verrückt machen...
Dennoch: Wir müssen z.B. Steuern zahlen (selbst wenn du darauf verzichten willst, eine Steuererklärung zu machen oder brauchst keine weil Hartz IV Empfänger--jeder zahlt Steuer auf alle Gegenstände: Strom, Telefon, Klamotten... es gibt kein entreissen!).
Selbst wenn man so lebt wie ich, und die Steuern sehr gering hält (in dem man z.B. selbst angebaute Gemüse und Obst als Haupternährung...), macht das Steuernzahlen bis zu eine gewissen Grad sogar noch einen Sinn. Denn es wird vom Steuergeld z.B. Straßenbau betrieben... (ja, ich als nicht-Auto-Fahrerin, habe dennoch einen Nützen vom Straßenbau, da den letzten Teil meine Ernährung erst zu unserem Ort per Auto kommen kann...!).
Zurück zur Schule: bei unseren Dorf-Grundschule hier war ich entsetzt beim Gesamtelternbeiratstreffen von der Schulleitung zu hören, man könne nicht von den Schulkindern erwarten, das bei "ungünstigen" Witterung sie die Fußmatten so sorgfältig gebrauchen, dass der Flur noch einigermaßen sauber bleibt... In Kanada haben wir beim "Gong" alle in unseren Klassen Reihe gestanden und sind dann in Reih und Glied in die Schule marschiert: Da stand auch ein Lehrer/in und kontrollierte, dass alle doch ihren Schnee abklopften...!
Es liegt (hier vor Ort) vielmehr daran, dass Lehrer (aus welchen Grund auch immer) nicht HIER schon stehen und die Kinder erziehen... denn auf der weiterführenden Schulen (in Kanada) war eine solche Erziehung nicht mehr nötig... wir konnten alle ohne mehr Dreck mit in der Schule zu schleppen, rein gehen... (und wieder der Vergleich zu D-land: es liegt meines Erachtens weniger an das Alter der Schüler, sondern auf die Erziehung--auch Gemeinschaftserzeihung--die stattfindet oder nicht.