Würdest du dein Kind jetzt auch so behandeln, wenn du schon ein älteres Kind versorgen müsstest oder ein Geschwisterchen unterwegs wäre?
Ja, unser kleiner Spatz müsste ganz schon oft warten und ich könnte ihn nicht stundenlang auf dem Arm herumtragen und bespaßen.
Ich weiß, dass beides seinen Platz braucht, aber es gibt Gelassenheit sich die Situation mal anders vorzustellen. So bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Primus auch alleine im Babybett spielen kann, während ich mir Brote mache. Natürlich gehe ich zu ihm, wenn er schreit, aber ESSEN ist ein absolutes GRUNDBEDÜRFNIS, besonders für stillende Mütter! Und genau diese Zeit, während ich meine Grundbedürfnisse erfülle, darf mein Kind auf die Mama warten. Ich hatte ja schon erwähnt, dass mir das ganz schön doll weh tut, wenn er dann weint. Nur damit hier keine Missverständnisse entstehen!
Mir gefält dieses Gedankenspiel besonders, da wir bisher nicht vorhatten ein Einzelkind großzuziehen. Und deshalb werden unsere Kinder sich wohl noch öfter nur mit sich selbst beschäftigen. Dafür bräuchten sie dann aber -so Gott will- auch nicht auf Suche nach Spielkameraden gehen.
Dienstag, 27. Mai 2008
Tipp: Geschwister vorstellen
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"Würdest du dein Kind jetzt auch so behandeln, wenn du schon ein älteres Kind versorgen müsstest oder ein Geschwisterchen unterwegs wäre?" - ist eine gemeine Frage. Du hast nun mal kein weiteres Kind da. Diese Frage soll dich von deinem Bauchgefühl ablenken, dich "gesellschaftskonform" machen, du sollst dich so verhalten wie die anderen, du sollst nicht ganz für das Baby da sein.
AntwortenLöschenMeine Meinung.
Hör auf dein Gefühl, sei für Primus da. Wenn er ruhig ist, kannst du ihn allein spielen lassen, wenn nicht, dann sei für ihn da, er versteht das Warten noch nicht. Hast du ihn schon mal im Tragetuch gehabt?
Bitte. Sei für ihn da.
Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Elternsein eine harte Anpassungszeit erfordert, besonders wenn die Erwartungen nicht mit der Realitaet uebereinstimmen, wenn uns unsere Kultur gelehrt hat, dass Kinder bestimmte Beduerfnisse/Verlangen/Verhaltensweisen haben, und unsere Kinder dann in dieses Modell nicht hineinzupassen scheinen. Es kann fuer neue Eltern sehr schwierig sein, diese Differenz zwischen Erwartungen und Realitaet zu akzeptieren und damit fertig zu werden. Manche Kinder koennen dazu aufgemuntert, gezwungen oder davon ueberzeugt werden, sich den kulturellen Erwartungen anzupassen, und sie werden problemlos damit fertig. Bei andere hingegen, auch wenn sie sich letztendlich anpassen, geschieht das zum Schaden ihrer Persoenlichkeit, Ihrer Selbstsicherheit, ihrer Faehigkeit, die Welt als einen sicheren und vertrauenseinfloessenden Ort zu betrachten, und manchmal zieht es gesundheitliche oder sogar lebensbedrohende Folgen nach sich. Wahrscheinlich besteht nirgends ein so grossen Konflikt zwischen kulturellen Erwartungen und den physiologischen Beduerfnissen der Kinder, wie in den beiden Bereichen Stillen und Schlafverhalten.
AntwortenLöschenQuelle: http://www.uebersstillen.org/kdnotted.htm
Darf ich noch mal?
AntwortenLöschenIch befürchte, dieses Gedankenspiel hat einen Haken. Wäre Dein Primus bereits 2 Jahre alt und Du hättest jetzt ein zweites Baby, dann würdest Du dieses Baby genauso behandeln, wie Du jetzt mit Deinem Sohn umgehst. Denn es würde Dir genauso weh tun, wenn es weint. Du würdest eher dem Primus sagen: "Schau, das Baby weint. Das müssen wir nun erst füttern. Setz Dich her. Wir können dabei ein Buch anschauen." Der Zweijährige würde lernen zu warten. Das Baby kann nicht warten. Und es hat keine andere Art sich auszudrücken, als mit Weinen. Dieser Schmerz, den Du fühlst, ist absolut nötig dafür, daß das Baby überlebt. Denn nicht jeder ist so besorgt und so feinfühlig wie Du ! Hast Du in den letzten Wochen mal ein fremdes Kind weinen hören ? Es löst wahrscheinlich die selbe Reaktion bei Dir als stillender Mama aus, wie Dein eigenes Kind. :-) Milcheinschuß :-)
Übrigens, zwei oder mehr Kinder zu versorgen, benötigt nicht die doppelte, dreifache oder wieviel-fache Zeit, wie ein Kind zu versorgen. Man macht die Dinge einfach miteinander statt nacheinander. Und ältere Geschwister können auch für das Baby da sein, ergo: es weint weniger und ist weniger allein. Auch die Geräuschkulisse ist eine andere. Manch ein Baby schläft dabei besser, weil es die Stille (noch) nicht erträgt.
Mit einem Geschwisterchen an der Hand hättest Du im Gegenteil mehr Erfahrung und Sicherheit. Es wäre leichter für Dich, nicht schwerer: ein Reise in ein Land, in dem Du schon einmal warst.
Du weißt, daß man viel häufiger Stillen darf, als man ein Flaschenbaby füttert ?
Einer meiner Jungen nahm nur ziemlich kleine Mahlzeiten zu sich (obwohl er auch lange saugte). Manchmal habe ich ihn alle 2 Stunden gefüttert. Das haben wir aber erst gemerkt, als er mit einem halben Jahr ein Flasche erhielt und auch dort immer nur die halbe Portion auf einmal trank. Alles persönliche Eigenheiten der Kinder :-)
Die Situation ist wie sie ist. Und unser Herrgott gibt Dir nicht mehr auf, als Du tragen kannst.
Nimm Dein Baby, wie es ist.
And keep on asking ;-)
aus wikipedia:
AntwortenLöschen"Weil die Frau daher viel Ruhe braucht und oft seelisch labil ist, wird diese Zeit auch „Babyblues“ genannt. Es ist die Zeit, sich auf die neue Situation und das Baby einzustellen.
Die Beziehung zwischen Kind und Mutter entsteht und entwickelt sich. Zentrale Themen für Mutter und Kind sind in der ersten Zeit meist die Gewöhnung an das Stillen, der Schlaf- und Trinkrhythmus des Kindes und allgemein seine Zufriedenheit."
Wir "modernen" Frauen nehmen das Wochenbett vielleicht einfach zu leicht. Weil wir über das altmodische Wort lächeln ? Denn wer legt sich heute wirklich noch sechs Wochen ins Bett ?! Das wäre sicher auch gefährlich, solange Bettruhe zu halten.
Aber die psychologische Aspekt des Wochenbettes sollte man nicht unterschätzen.
Ich habe einmal gelesen, daß der Schlafrhytmus nicht nur neuprogrammiert wird, sondern sogar zuerst gelöscht und dann komplett neu geschrieben.
Aus einer Frau wird eine Mutter. Das ist eine komplexe Entwickung, die sicher nicht innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen ist. Der Mensch verändert sich in dieser Zeit sehr. Auch darauf muß man sich selbst erst einlassen; alle anderen natürlich auch.
Meistens geht es hier nicht um "ich schreie, weil ich Hunger habe / gewickelt werden muss / Bauchweh habe", sondern um "ich schreie mich in Rage, weil mir langweilig ist" und "ich schreie, weil ich schlafen will und am liebsten bei Mama auf dem Arm einschlafe".
AntwortenLöschenDas ist ein großer Unterschied zwischen "mein Kind will unbedingt jetzt und auf alle Fälle meine Aufmerksamkeit" und "mein Kind braucht mich". Und genau den Unterschied beachten wir. Wir surfen nicht stundenlang im Internet während unser Sohn Hunger hat. Aber wir essen unser Mittag zu ende, wenn unserem Sohnemann langweilig ist. Denn zum Leben gehört nun mal dazu, das man sich auch mal alleine beschäftigt. Das fördert nämlich richtig angewandt/gelernt die Kreativität.
Wer sich nicht beschäftigen kann, schaltet den Fernseher ein...
Äh, auch auf die Gefahr hin, daß ich nerve: (ihr könnt diesen Kommetar ja gerne löschen, wenn dem so ist)
AntwortenLöschenAls ich das Wort "babywise" gelesen habe, hat mich irgendetwas beunruhigt, also habe ich mal recherchiert, und das hier gefunden (bereits aus dem Jahr 1998):
http://www.ezzo.info/Aney/aapmediaalert.pdf
Von Eltern gestaltete Fütterpläne (wie babywise) werden dort mit schlechter Gewichtszunahme in Verbindung gebracht, gefährlicher noch mit De-Hydration. Bei Bedarf übersetze ich den Text für Euch.
Persönlich denke ich, daß Stillen nicht nur der Nahrungsaufnahme dient. Ein Baby das weint, obwohl es gefüttert, gewickelt, ... ist, weint event. trotzdem aus anderem Grund als "Langeweile". Beruhigungsstillen und Tragen sind eine einfache, natürliche Sprache, die das Baby versteht.
Mama fressen ist irgendwie die liebste Beschäftigung ;-)
Falls irgendwas von dem, was ich hier tippe, blöd ankommt: es ist nicht bös gemeint. Eltern sein ist schwer und schön.
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschen@rauhtierchen: Keine Angst, eine ausgebildete Kinderkrankenschwester erkennt, wenn ein Kind zuwenig trinkt.
AntwortenLöschenSeit wir "Babywise" wieder richtig machen (also nicht stumpf Kopieren, sondern Verstehen und Anwenden), nimmt unser Sohnemann erstens gewaltig zu und macht zweitens seit neuestem Anstalten durch zu schlafen. Mal abgesehen davon, das er wesentlich ausgeglichener geworden ist.
Alles irgendwie keine Argumente gegen die Methode, oder?