Donnerstag, 8. Mai 2008

....und sinnt über sein Gesetz (II.)

So gehorche der Stimme des Herrn, deines Gottes, und tue seine Gebote und seine Ordnungen, die ich dir heute befehle.
5.Mose 27,10
Ausländer = Fremde
Eine Sache ist mir gestern noch aufgefallen: Der Zehnte, den man geben soll, wird nicht nur an Witwen, Waisen und Leviten gegeben, sondern auch an die Fremden (5.Mose 26).
Keine Ahnung, warum die das früher machen sollten. Ich dachte immer, dass die Fremden in Israel ihr Geld durch Handel oder Ähnliches verdienten und nicht auf Almosen angewiesen waren.
In der "Evangelischen Wochenzeitung in Mitteldeutschland - Die Kirche" war letzte Woche ein interessanter Artikel auf der Titelseite ("Demokratie ist ein ständiger Auftrag"). Heute für den 8.Mai sind in vielen Kirchengemeinden Aktionen gegen Rechtsextremismus geplant. Gerade in den letzten Wochen war ja oft der Fall eines Pfarrers
in Thüringen, dessen Familie unter der Fremdenfeindlichkeit ihrer Umgebung gelitten hatte, in die öffentliche Diskussion geraten.
Ich habe mich gefragt, was man wohl dagegen tun könnte. Man kann den Leuten ja nicht ihre Gedanken verbieten. Es gäbe aber die Möglichkeit die Gedankenwelt der Menschen durch neue Impulse zu beeinflussen.
Der Text in 5.Mose 26 ist auf jeden Fall einer von diesen Impulsen. Gott wünscht sich, dass auch die Ausländer versorgt sind. Für jeden, der den Wunsch hat als Christ zu leben und Gottes Willen zu tun, hat das Konsequenzen!
Wir können nicht weiter über die Menschen schimpfen, die einen Asylantrag in Deutschland gestellt haben. Die scheinbar "nur auf unsere Kosten leben wollen". Eigentlich wollen die meisten von ihnen nur endlich in Sicherheit sein.
Besonders, wenn wir einige von ihnen persönlich kennenlernen, erfahren wir, dass sie keine Almosen wollen. Sie würden liebend gerne selbst ihr Geld verdienen und vielen ist es peinlich Sozialhilfe anzunehmen. So etwas kränkt ihr Ehrgefühl, denn in ihrer Heimat haben sie hart gearbeitet und waren unabhängig von der Hilfe anderer.
Aber was ist mit denen, die sich "hier einfach sesshaft gemacht haben" und "gar nicht vorhaben in ihre Heimat zurückzukehren". Zum Beispiel die Kinder der Gastarbeiterfamilien, die seit Generationen in Deutschland leben.
Dazu kann ich nur sagen, dass ich die internationale Küche, die ich mir in Deutschland an jeder Straßenecke kaufen kann, sehr genieße. Und deshalb sollte es mich auch nicht stören, wenn die Kinder von unseren ausländischen Mitbürgern zusammen mit meinen Kindern die Schulbank drücken.
Und gegen die, die nicht nur ein Restaurant oder einen Imbiss betreiben, sondern in der Forschung und Industrie arbeiten, kann ich erst Recht nichts haben, denn auch wir werden vielleicht einmal aus Deutschland aus beruflichen, politischen und persönlichen Gründen auswandern.

Übrigens: Wenn jeder Deutsche versuchen würde wenigstens zu einer einzigen ausländischen Familie
freundschaftlichen Kontakt zu pflegen, dann wären die Deutschkenntnisse von Ausländern und ihre Integration kein Problem mehr.

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